Die Sache mit dem Fisch

Leichter Nieselregen. Man steht mit einem Stand am Markt. Wahlkampf. Überzeugungsarbeit für den Green New Deal und den Grünen Neuen Gesellschaftsvertrag…
… und da erzählt einem eine ältere Dame mit Plastiktüten, gerade dabei Hähnchenbeine oder andere Schlachtereiprodukte einzukaufen, sie könne die Grünen jetzt nicht mehr wählen, seit dem Renate Künast im Fernsehen einen Fisch totgeschlagen habe…
Nun, was ist schon der Zusammenbruch des Sozialstaates oder die Weltwirtschaftskrise gegenüber einem Fisch. Aber man macht sich Gedanken. Erinnerungen von diversen Splatterfilmen aus dem Internet kommen einen in Erinnerung. Ist Renate Künast blutrünstig geworden??
Daheim geht man der Sache bei einschlägigen Suchmaschinen nach. Es gibt tatsächlich einen Filmbeitrag – TV-Total sei Dank. Aber keine Splatterszenen, sondern das Erlegen eines Fisches, wie man es schon häufiger gesehen hat.

Doch die Aufregung scheint groß. Barbara Rütting ist deshalb aus der Grünen Partei ausgetreten, so schreibt die taz online: Bei der Aufzeichnung der ARD-Sendung “Menschen bei Maischberger” erklärte die 81-Jährige: “Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen.

Nur damit wir es richtig verstehen: Trotz Kosovo- und Afghanistankrieg kann man den Grünen treu gebleiben, doch ein toter Fisch ist zu viel des Guten??

Ach ja. Da war ja noch was: Angler sagen, Renate Künast habe gegen das Bundestierschutzgesetz verstoßen, denn: Bevor man einen Fisch töten darf, muss man einen Anglerschein machen. In Lehrgängen pauken angehende Angler die Anatomie der Fische und lernen das “waidgerechte Töten”. In Bayern gehe man im Rahmen des Lehrgangs zum Anglerschein “sogar ins Schlachthaus”, in Berlin wird an Gummifischen geübt.

“Waidgerechtes Töten” – von Fischen?? Nur mit Anglerschein. Nur gut, dass diese Angler nicht wissen, was die Offizieranwärter der Bundeswehr beim Kurs “Überleben Land” oder die Soldaten im “Einzelkämpferlehrgang” treiben und wie sie sich dabei anstellen, wenn man mit bloßen Händen Fische aus einem Wasserbecken erhaschen und mit gleicher “Stockmethode” erlegen muss… Tierschutz – artgerechte Haltung und ein artgerechter Umgang mit Nutztieren, dass sind freilich wichtige Themen. Ich bin auch gegen Legebatterien von Hennen oder die unartgerechten Transportmethoden zu Schlachthöfen. Aber das Erlegen eines Fisches fällt wohl kaum unter Tierquälerei. Bei allen Respekt vor Vegetariern und Veganern, man sollte schon die Kirche im Dorf lassen.
Die Wissenschaftler mögen sich noch darüber streiten, ob Fische überhaupt denken und Gefühle wie Schmerz empfinden können. Sprechen können sie zumindest nicht, wer weiß, was sie sonst einer Barbara Rütting nun erzählen würden…
… Gollum – oder Smeagol – hat da ganz andere Vorstellungen… und er ist nun wirklich Experte in Sachen Fisch:

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