Grüne wie Daniel Köbler, Landesvorstandssprecher BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz, rufen die Anhänger der Piratenpartei auf, am kommenden Sonntag ihre Zweitstimme den GRÜNEN zu geben [1] und bringen hierfür auch Argumente: 10 Gründe warum Piraten am Sonntag GRÜN wählen müssen!
Das Umwerben potentieller Piratenwähler findet im Netz auch seine Kritik und DarkX2 postet 10 Gründe, warum die Grünen lieber Piraten wählen sollten. In Blogs und über Twitter wird heftig diskutiert: Ist die Piratenpartei eine “Hoffnung der Internetgemeinde oder verschenkte Stimme” ??
Die politisch interessierten Internetnutzer sind sich einig: Die sogenannten Volksparteien behandeln das Internet mehrheitlich nicht mit der nötigen Kompetenz. Das von der großen Koalition beschlossene Internetzensurgesetz stößt auf große Ablehnung. Der Nutzen dieses Zugangserschwerungsgesetz darf ohnehin angezweifelt werden, wie auch andere Medien wie die TV-Sendung aspekte berichten:
Zweifelsohne sind die Nerds schon dabei, die Welt zu gestalten, wie Frank Schirrmacher in der FAZ feststellt – und die Piratenpartei in Deutschland ist momentan die Partei mit dem größten Mitgliederzuwachs: schon jetzt liegt sie auf Rang sechs. Aber reicht das aus, um auch tatsächlich in den Bundestag einzuziehen? Die Piraten sind mittlerweile längst nicht mehr nur im Internet aktiv: Man sieht ebenso Wahlplakate, Infostände, Aktionen in der Fußgängerzone oder Aktivisten, die in der S-Bahn Faltblätter für die Piratenpartei verteilen. Doch noch immer gibt es viele, die noch nichts von der Partei gehört haben – oder sie für eine Spaßpartei halten, wenn im Fernsehen über die Piraten berichtet wird. Und natürlich gibt es auch jene (zumeist älteren Menschen), die die Ziele der Piraten gar nicht verstehen. Das Problem teilen sie freilich mit den “Internetausdruckern” in der Politik, aber eben jene Altersgruppen bilden in der Rentner-Republik Deutschland mehr und mehr auch die politische Mehrheit im Wahlvolk.
Was also nun tun? Piraten wählen – oder doch eine der etablierten Parteien. Guido Westerwelle wirbt für seine Partei: Die Bürgerrechte seien bei der FDP gut aufgehoben, eine Stimme für die Piratenpartei sei eine “Stimme für den Gulli”. Auch die Grünen verstehen sich als Partei für die Bürgerrechte: Und tatsächlich, wer wie Volker Beck die Forderungen des Programms der Piratenpartei und der Grünen gegenübergestellt, stellt fest, dass die Ziele der Piraten auch bei den Grünen zu finden sind! Und das sagt Cem Özdemir zur Piratenpartei:
Selbst einer der Gründer von Pirate Bay aus Schweden, Peter Sunde, ist nicht nur Pirat sondern auch Grüner und empfiehlt bei der Bundestagswahl 2009 die Grünen zu wählen:
Über Twitter hat man nicht nur entdeckt, dass hier Piraten, FDP und Grüne koalitionsfähig sind, sondern im Internet wird auch darüber debattiert, was sinnvoller ist. Es gibt Piraten, die es schon als Erfolg sehen, wenn die Piratenpartei nur bei 1 oder 2% liegen würden. Es gehe darum, Zeichen zu setzen und die etablierten Parteien unter Druck zu setzen. Und es schwärmen natürlich auch einige davon, dass man es vielleicht doch schafft, die hohe Hürde von 5% zu überspringen und die Parteienlandschaft aufzumischen, wie es einst die Grünen taten, die zuvor auch kaum jemand ernst genommen hatte. Und Ulrich Wickert empfiehlt den Nichtwählern, lieber die Piratenpartei zu wählen statt nichtzuwählen. Das wäre freilich besser, denn jeder Nichtwähler unterstützt bekanntlich unbewusst extreme Parteien.
Aber es geht ja nicht nur um extreme Parteien, sondern auch um radikale Kräfte in diesem Land, wie Wilfried Schmickler in seinem Wahlbeteiligung feststellte:
Und das ist genau das Problem. Natürlich wäre es ein Zeichen, wenn die Piraten deutlich über 1% kommen würden. Doch würde sich dadurch wirklich etwas ändern? Ihre Ziele würden zumindest wohl nicht umgesetzt werden können. Mit-Regieren können nur Parteien, die im Bundestag vertreten sind. Vor allem aber, könnten Wählerstimmen für die Piraten genau die sein, die anderen Parteien fehlen, die tatsächlich in Sachen Bürgerrechte und Internetkultur etwas bewegen könnten. Und so merkt Till Westermayer im Grünzeug am Mittwoch kritisch an:
Als Netzbewegung werden die Piraten gebraucht. Als Partei müssen sie scheitern – und eröffnen möglicherweise „Schwarz-Gelb“ den Weg. Andere fragen sogar, ob die Piraten nicht sogar mit CDU und FDP ein Bündnis eingehen würden, denn über weitere inhaltliche Ausrichtungen ist bisher wenig bekannt.
Es bleibt für mich festzuhalten: Der Hype um die Piratenpartei, der auch in der Medienberichterstattung seine Aufmerksamkeit gefunden hat, ist ein wichtiges Zeichen, dass die etablierten Parteien dazu bewegt, ihre Politik in Fragen des Internets genau unter die Lupe zu nehmen. Mittlerweile soll es ja sogar “Piraten in der CDU” oder “Piraten in der SPD” geben – ob sie tatsächlich viel bewegen können, bleibt abzuwarten. Gleichzeitig kann man feststellen, dass in inhaltlichen Forderungen auch schon bei etablierten Parteien zu finden sind, vor allem auch bei den Grünen. Natürlich wird über Twitter auch noch über den “Otto-Katalog” gestritten oder bemängelt, dass sich einige Grünen beim umstrittenen Gesetzt, dass angeblich gegen Kinderpornographie helfen soll, enthalten haben. Überzeugungsarbeit und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen, ist ebenso für alle etablierten Parteien angesagt, wie der Umstand, dass Internetausdrucker generall noch viel über das Internet lernen müssen und Gruscheln allein noch kein Wahlkampf a la Obama im Web 2.0 ist. Aber um genau diese Lerneffekte zu erzielen, müssten sich noch viel mehr Insider des Webs in den etablierten Parteien engagieren. Einer Parteienverdrossenheit kann man nur entgegnen, wenn man in den Parteien etwas bewegt.
Umgekehrt müssten sich Kleinparteien, die nur bestimmte Sparten inhaltlich bedienen, wie es die Piratenpartei zurzeit noch tut, sicherlich zukünftig noch breiter aufstellen und die eigenen Forderungen auch in ihren Schwerpunkten für die Allgemeinheit verständlicher aufarbeiten. Mir wäre es definitiv zu wenig, in Zeiten von Wirtschaftskrise und Klimawandel eine Partei zu wählen, die nur ein Thema versucht zu puschen, dass auch andere & inhaltlich breiter aufgestellte Parteien ebenfalls vertreten. Ich gehe davon aus, dass die Piraten nicht nur ein kurzer Hype sein werden, sondern sicherlich noch länger auf der politischen Bühne zu sehen sein werden, denn das Internet wird für die Gesellschaft immer wichtiger werden. Insofern hilft es wohl auch wenig, wenn zwischen einzelnen netzpolitisch engagierten Aktivisten Verschwörungstheorien entwickelt werden. Hier bleibt eher zu fragen, wie hier eine gemeinsame und konstruktive Diskussion in der Sache vorangetrieben wird. Wie ein Austausch, wie Beteiligungsmöglichkeiten oder Kooperationen aussehen können. Denn es Zeit ist, Politik nicht zu spielen, sondern Politik zu machen.
Vor allem wird es nötig sein, dass sich die verschiedenen Interessensgruppen gemeinsam für ein neues Verständnis der Netzkultur einsetzen. Die Demo “Freiheit statt Angst”, die von unterschiedlichen Parteien und Politikern unterstützt worden ist, war zum Beispiel ein guter Schritt in die richtige Richtung. Aber es bleiben noch viele weitere Schritte zu tun. Auch die Piraten werden noch an ihrer Partei arbeiten müssen. Das betrifft den Ausbau der inhaltlichen Zielsetzungen ebenso wie das Überwinden von Kinderkrankheiten. Da hilft es wenig, den Wählern nur zu versprechen, man wird zu gegebener Zeit auch Positionen zu anderen Themen in der offline-Welt finden (die Wähler wollen freilich nicht die Katze im Sack). Von daher gehe ich mal davon aus, dass es vermutlich realistisch ist, dass die Piratenpartei sich bis zur Bundestagswahl 2013 entsprechend aufgestellt haben wird und dann auch größere Chancen hat, ins Parlament einzuziehen. Doch bis dahin sollten sich alle potentiellen Wählerinnen und Wähler der Piratenpartei fragen, ob es nicht sinnvoller wäre, eine Partei zu unterstützen, die nebem den inhaltlichen Forderungen in Sachen Netzkultur auch Konzepte für andere gesellschaftspolitische Fragen anzubieten hat und dadurch auch die Chance erhält, tatsächlich etwas in der realen Bundespolitik verändern und bewegen zu können!
Zum Nachlesen hier nochmals die Positionen von Piraten und Grünen im Überlick:
Noch Wünsche?
Briefe zur Wahl: Liebe Netizens, liebe Generation C64, liebe Digital Natives…
Veröffentlicht von DerDA am 26. September 2009 um 22:36
Pirate Bay != Piratenpartei!
Das solltet Ihr eigentlich wissen, wenn Ihr schon Anti-Piratenpropaganda macht!
Aber lügen ist typisch Grün!
Lasst Euch nicht von den grünen Lügnern beeindrucken und wählt Piraten!
Veröffentlicht von gruenbewegt am 26. September 2009 um 22:45
Wo soll hier jetzt die Lüge sein? Und wenn du diesen Beitrag als Anti-Piratenpropagande hältst, hast du ihn wohl nicht wirklich ganz gelesen und verstanden. Meistens hilft: Erst lesen, dann denken, dann antworten
Veröffentlicht von DerDA am 26. September 2009 um 23:37
Du stellst ihn so da, als wäre er ein Pirat (= Piratenparteimitglied) Das stimmt aber nicht.
Die (kriminellen und verurteilten) Macher der Pirate Bay haben nichts mit der Piratenpartei zu tun.
Veröffentlicht von gruenbewegt am 27. September 2009 um 01:00
Es wird nirgends behauptet, dass die Gründer von PirateBay Mitglied einer Piratenpartei wie die Nischenpartei in Deutschland sind. Zur Differenzierung zwischen kriminellen Raubkopierer und Piraten habe ich ja schon an anderer Stelle in diesem Blog etwas geschrieben (Die Sache mit dem Namen – wieder mal Piraten)
Veröffentlicht von DerDA am 26. September 2009 um 23:40
Außerdem mangelt es Euch Grünen deutlich an Demokratieverständnis, wenn Ihr behauptet, eine Stimme für Pleinstparteien sei eine verschenkte Stimme. Demnach müssten die “Sonstigen” Parteien ja gar nicht mehr antreten.
Gehts noch?
Ich hoffe, Ihr bleibt in der Opposition und scheitert selbst irgend wann mal wieder an der 5%-Hürde. Das würde Euch gut tun!
Veröffentlicht von gruenbewegt am 27. September 2009 um 01:05
In einem demokratischen Staat dürfen alle Demokraten eine Partei gründen und natürlich auch zur Wahl antreten. Dagegen hat ja niemand etwas. Meine Argumentation und die Anregungen aus diesem Blogbeitrag greifen ja noch folgenden Punkt auf, den ich gerade auch in der Foren-Diskussion von TV-Total wieder gefunden habe und der an vielen Stellen berechtigterweise angemerkt wird: von DerekReign zum Enter den Raab: “Oooch super
. Die Abenteuerspielplatzfraktion hat den Fernsehkindergarten geentert… ich lach mich tot 
Ihr kriegt morgen NICHTMAL 2% Stimmen Leute… also feiert mal schön, dass ihr DIE 2% allen den Parteien gestohlen habt (Piraten eben), die was gegen Schäuble und Co. hätten machen können!
“Wer hat uns verraten… das warn die Piraten!” Wohl bekomms.”
Demokratie hat auch etwas mit Gestaltungswillen zu tun. Ich bleibe bei meiner Auffassung. Solange die Piratenpartei noch mit ihren Kinderkrankheiten zu kämpfen hat und als Nischenpartei inhaltlich noch nicht breit genug aufgestellt ist, wäre es sinnvoller, Parteien zu unterstützen, die auch tatsächlich etwas in der Bundespolitik bewegen können.
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 01:28
Das werden wir ja sehen.
Nicht die Piraten werden schuld daran sein, wenn es eine große Koalition gibt, sondern die Grünen, weil sie in ihrem zu Lagerdenken unflexibel sind.
Grüne und FDP waren aus genau dem selben Grund auch schuld an der aktuellen GroKo.
Aber wer sich wie Ihr an untergehende Dampfer kettet, geht zurecht mit unter.
Ich hoffe wirklich, IHR landet bald wieder unter 5%.
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 01:43
Und wenn IHR nicht den Mumm habt, Euch durchzusetzen ist das nicht die Schuld der Piraten.
Wenn Ihr unfähig seid, den Bürgerrechtsabbau zu stoppen und rückgängig zu machen, solltet Ihr das lieber Leuten überlassen, die das können.
Euer Versagen auf andere zu schieben ist sehr einfach, fangt lieber bei Euch selbst an.
Veröffentlicht von DerDA am 26. September 2009 um 23:43
Ich wähle Piraten, allein um Euch arroganten Grünen Haufen zu schaden!
Veröffentlicht von gruenbewegt am 27. September 2009 um 01:07
Am Ende schaden sich die Piraten nur selbst, weil dann Parteien regieren werden, die inhaltlich das Gegenteil von den Piraten wollen.
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 01:23
Zwischen “wollen”, oder besser versprechen und machen ist ein großer Unterschied.
Hat man bei der letzten Rot/Grünen-Koalition im Bund und bei der Abstimmung zu einem nicht näher genannten Zensurgesetz gesehen.
Veröffentlicht von Autofahrer am 27. September 2009 um 00:49
Liebe Grüne,
Die Wahl wurde auf Montag verschoben!
Ihr könnt den ganzen Sonntag über zu hause bleiben oder machen, was ihr sonst so macht.
Aber am Montag müsst Ihr dann wählen gehen!
Veröffentlicht von gruenbewegt am 27. September 2009 um 01:09
Netter Versuch! Aber es ist wichtig, dass morgen möglichst viele zur Wahl gehen. Da sind mit Piratenwähler sogar noch lieber als Nichtwähler! Denn jeder, der meint nicht wählen gehen zu müssen, wählt indirekt extreme Parteien.
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 01:24
Das ist Komisch. Auf der einen Seite buhlt Ihr um die Piratenwähler, auf der anderen Seite scheint Ihr sie zu verachten.
Verachtet Ihr also Eure Wähler?
Veröffentlicht von gruenbewegt am 27. September 2009 um 01:44
Wo werden denn bitteschön Piratenwähler verachtet?? Vielleicht wäre es wirklich hilfreich, erstmal den Blog zu lesen, bevor man antwortet… Das Anliegen der Piratenpartei teilen die Grünen ja. Und ich selbst finde es auch gut, dass sich Menschen in einer Piratenpartei engagieren. Nur für die jetzt anstehende Bundestagswahl wäre es ratsam, auch taktisch clever zu wählen. Die Inhalte der Piraten sind auch bei den Grünen zu finden. Die Grünen könnten wirklich etwas ändern (und es hilft hier auch nicht weiter, ständig den Otto-Katalog zu benennen, mit den anderen etablierten Parteien wird es nicht besser). Wer hier jetzt Veränderungen will, sollte dafür sorgen, dass Parteien unterstützt werden, die sich für Bürgerrechte einsetzen und die auch Chancen haben, in den Bundestag einzuziehen.
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 02:00
Durch taktisches wählen verändert man aber nichts in diesem Land!
Hätten in den 80ern alle Leute taktisch gewählt, wärt Ihr niemals in den Bundestag eingezogen!
Ihr habt Euch schon zu oft als unfähig bewiesen, die Bürgerrechte zu schützen.
Oder glaubst Du im Ernst, die Leute, die von Euch enttäuscht sind, gewinnst Du mit ein paar Lippenbekenntnissen zurück?
Veröffentlicht von gruenbewegt am 27. September 2009 um 01:45
Und wer sagt denn, dass die Grünen nicht den Mumm haben, etwas in Sachen Bürgerrechte zum besseren zu verändern??
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 01:56
Das sagt die Rot/Grüne Vergangenheit, Euer Abstimmungsverhalten, Eure Basis, ein bekannter Vorsitzender der Grünen Bürgerschaft in Bremen, das von Frau Künast angestrebte Computerspiel- und Paintballverbot.
Euer dämliches Lagerdenken (“Nee mit denen wollen wir nicht!”), dass dem Land mehr geschadet hat, als 3-4% Die FDP und Grünen morgen fehlen werden.
Wenn etwas dem Land schadet, dann verkrustete und einschläfernde Lager im Bundestag!
Wieso sollte man Euch da noch trauen?
Habt Ihr Euch nicht mal gefragt, ob Ihr nicht mit daran schuld sein könntet, dass die Wahlbeteiligungen zurück gehen?
Die Leute haben die Schnautze voll von Euch unflexiblen etablierten Parteien!
Veröffentlicht von Antwortgeber am 27. September 2009 um 02:08
Ich glaube, man sollte hier schon zwischen den Einzelmeinungen von Einzelpersonen unterscheiden. Die Güldner-Sache hat ja innerhalb der Grünen-Partei für Aufregung gesort, und das ist auch gut so. Und es hat auch keiner Behauptet, dass es nicht auch noch Überzeugungsarbeit innerhalb der Parteien bedarf. Es bleibt noch viel zu tun.
Das mit dem Lagerdenken ist auch relativ. Die Grünen haben nur die Schwampel ausgeschlossen, und da würden sich sicherlich auch viele im Netz darüber aufregen, wenn die Grünen dann als “Umfaller” abgestempelt werden. Aber unterm Strich kommt es ja immer nur darauf an, wie viel Inhalt man umsetzen kann. Und man kann sich ausrechnen, wie realistisch grüne Inhalte bei einer Koalition mit CDU und FDP wären…
Zudem glaube ich, wird das Lagerdenken ohnehin nicht mehr so einfach sein, weil auch die letzten Strategen erkennen müssen, dass wir in einem 5-Parteien-System angelangt sind. Da ist schon Bewegung und Kompromissbereitschaft gefragt. Aber eben nicht um jeden Preis.
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 02:26
Was anderes als Schwampel wird Euch aber nicht übrig bleiben.
Glaubt Ihr im Ernst, die SPD würde sich auf die Linken einlassen?
Da bleibt nur Schwarz/Gelb oder GroKo.
Da kann man auch für die Piraten stimmen, das ändert am Ergebnis nichts.
Veröffentlicht von gruenbewegt am 27. September 2009 um 02:40
Über Koalitionen kann man erst Sonntag um 18 Uhr sinnvoll diskutieren. Außerdem ist die Wahl ja noch nicht gelaufen. Schwarz-gelb hat an Zustimmung verloren, und fast 1/3 der Wählerinnen und Wähler sind noch unentschieden. Und Prognosen sind ohnehin immer so eine Sache. Vielleicht reicht es ja auch für rot-grün. Oder die FDP erkennt, dass es auch Gemeinsamkeiten für die Ampel gibt. Da gäbg es viele Optionen. Aber es kommt auf die Inhalte an! Nicht um das regieren um jeden Preis. Aber auch als Opposition im Bundestag kann man viel bewegen. Es macht also schon einen Unterschied, ob man im Parlament ist, oder APO spielt (das ist ja der Punkt, der auch die Geschichte der Grünen geprägt hat).
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 01:51
Und etwas was mir aufgefallen ist:
Hat der Schwedische Grüne das nicht zur Europawahl gesagt?
Er hat Euch gar nicht zur Bundestagswahl empfohlen!
Und wieder ist eine Grüne Schwindelei aufgeflogen.
Ihr solltet Euch schämen, potentielle Wähler so zu täuschen!
Veröffentlicht von Antwortgeber am 27. September 2009 um 02:10
Soweit ich weiß, gab es zur Europawahl auch ein Statement, aber ein anderes. Das zur Bundestagswahl soll heute per Presseerklärung gekommen sein. Hier sollte man also nicht das eine mit dem anderen verwechseln. Also von Täschung kann hier wohl kaum die Rede sein.
Veröffentlicht von gruenbewegt am 27. September 2009 um 02:14
Ich glaube auch nicht, dass es der Sache dienlich ist, hier die Interessenslager gegeneinander auszuspielen. Ich würde es für sinnvoller halten, wenn man auch gemeinsam für die gemeinsamen Interessen eintritt, und sich der Realpolitik stellt. So wie es im Beitrag auch vorgeschlagen ist: Miteinander reden, statt übereinander. Miteinander für eine Netzkultur einstehen, statt sich gegenseitig zu blockieren.
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 02:44
Ich bin schon gespannt, ob er da als “Pirat” oder als Schwedischer Grüner bezeichnet wird…
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 02:11
Seid Ihr nicht auch für den Afghanistan-Krieg?
Wieso sollte man Euch als Pazifist wählen?
Veröffentlicht von gruenbewegt am 27. September 2009 um 02:19
Da verweise ich mal auf die Homepage von Hans-Christian Ströbele. Da finden sich Infos und auch ein Link zum Onlineaufruf http://www.afghanistankrieg-beenden.de/ … Es geht den Grünen darum, eine sinnvolle Exitstrategie zu entwickeln. Jetzt Hals über Kopf auszusteigen würde keiner Seite helfen. Aber es ist auch klar, dass der Krieg (man sollte ihn so nennen), so wie es jetzt läuft, nämlich vornehmlich militärisch, nicht zu gewinnen ist. Aber das ist auch ein anderes Thema und hat nichts mit der Netzkultur zu tun. Aber es ist interessant, dass den Piratenanhängern auffällt, dass es auch noch andere wichtige Themen außer dem Internet und den Bürgerrechten in Deutschland gibt!
Veröffentlicht von Antwortgeber am 27. September 2009 um 02:22
Das spräche ja für Rot-Rot-Grün
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 02:23
Nun, die Piraten würden (anders als die Grünen) niemals verfassungswidrige Gesetze und Aktionen gut heißen.
Im Grundgesetz steht, dass die Bundeswehr eine Verteidigungsarmee ist und Angriffskriege verboten sind.
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 02:22
Warum versucht Ihr nicht lieber Wähler von der ÖDP oder der Tierschutzpartei (Diese hatten in Sachsen immerhin 2%) abzuwerben, wenn die Piratenpartei so unbedeutend ist?
Ihr könntet doch beispielsweise das Programm der Tierschutzpartei kopieren und beispielsweise so etwas wie ein Fleischkonsumverbot fordern.
Damit bekommt Ihr doch bestimmt mehr Stimmen als von den Piraten.
Ob Ihr die Punkte ernst meint ist ja egal, gilt ja genauso bei den Netzthemen.
Veröffentlicht von Antwortgeber am 27. September 2009 um 02:28
In einer Demokratie werben alle Parteien um alle Wähler (die meisten jedenfalls). Die Grünen sind auch darin engagiert, deutlich zu machen, dass die Themen Tierschutz und Naturschutz in ihrer Partei gut aufgehoben sind. Also tu mal nicht so, als wenn es die größeren Parteien nötig hätten, explizit nur unter den Piratenfans Wählerstimmen zu mobilisieren. Soviele seid ihr nun auch wieder nicht. Und die Punkte werden gleichsam ernst genommen. Sowohl ökologische Themen, wie auch soziale Themen, wie auch die Themen des Internets. Zu behaupten, die Grünen würden das Anliegen der Piratenpartei nicht ernstnehmen, ist ja nun vollkommen unsinnig. Wenn es eine Partei gibt, die hier die Anliegen ernstnehmen (und übrigens schon länger vertreten – und auch umsetzen, so gut es bisher ging), dann sind es wohl die Grünen, nicht die FDP oder irgendwelche “Piraten in der SPD”.
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 02:35
Komisch… Wieso haben sich dann die Piraten als aller erste und ganz klar gegen von der Leyens Pläne ausgesprochen?
Sorry, aber die Grünen Entscheidungen sind mir zu Wischi-Waschi.
Das zeigt auch das Abstimmungsverhalten.
Ihr solltet erst einmal eine interne Debatte über Netzpolitik und Netzsperren führen, ich habe meine Zweifel, dass die grüne Basis da so hundert prozentig hinter steht.
Veröffentlicht von gruenbewegt am 27. September 2009 um 02:42
Dann schau dir das Wahlprogramm an, die Diskussionen vom letzten Parteitag, die Beiträge auf youtube… dann wirst du entdecken, dass die breite Basis ganz anders denkt als Leute wie Herr Güldner.
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 02:36
Übrigens: Bei dem Mitgliederzuwachs haben Euch die Piraten nächstes Jahr überholt.
Veröffentlicht von gruenbewegt am 27. September 2009 um 02:43
Vorausgesetzt, der Hypr verebbt nicht nach der Bundestagswahl und die Partei kann den bisher erreichten Stand überhaupt halten und ausbauen. Die “Parteiverdrossenheit” wird auch die Piraten einholen, und zwar schneller, als man denkt.
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 02:48
Anders als die Grünen werden die Piraten ihre Ideale sicher nicht über Bord werfen…
Veröffentlicht von gruenbewegt am 27. September 2009 um 02:56
Das ist nun einmal der Spagat zwischen Idealisten und Realpolitik. Man kann nun wirklich nicht sagen, dass die Grünen leichtfertig ihre Ideale über Bord geworfen haben. Das betrifft auch die Diskussionen um Bundeswehreinsätze. Eine absolute pazifistische Grundhaltung hat nämlich auch seine Negativseiten: Pazifisten müssen dann auch erklären können, wie sie sonst gegen Menschenrechtsverletzungen oder Bedrohungen handeln wollen.
Und gerade die Grüne Basis macht es sich hier nicht leicht. Im Gegenteil. Es wird auch auf den nächsten Parteitagen kräftig weiter diskutiert werden.
Und wird werden ja sehen. Sollten die Piraten vielleicht 2017 oder so mal in die Verlegenheit kommen, Regierungsverantwortung zu übernehmen, bin ich mal gespannt, was von den leicht formulierten Idealen ürbig bleibt, wenn in der Realpolitik schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen.
Veröffentlicht von DerDA am 27. September 2009 um 02:46
Ich werde morgen auf jeden Fall die richtige Partei wählen! Die Piraten
Azeptiert es einfach, dass die Piratenwähler Euch und Eurem Verhalten in den letzten Jahren eine Klare Absage erteilen werden und nehmt es als Anreiz, ENDLICH Wort zu halten.
Veröffentlicht von gruenbewegt am 27. September 2009 um 02:51
Wir nehmen es ja schon als Anreiz, dass es überhaupt die Piratenpartei gibt und sie es geschafft hat, das Thema auch medial in die Öffentlichkeit zu rücken. Dafür bleibt ja jede Anerkennung bestehen. Und ich denke, in Zukunft wird es auch eher auf die Zusammenarbeit ankommen, statt sich im Klein Klein zu verlieren
Und Wortbruch kann man nun wirklich nicht vorwerfen. Die Abgeordneten sind ihrem Gewissen verpflichtet und haben nach bestem Wissen und Gewissen abgestimmt. Alles weitere ist Überzeugungsarbeit, die sicherlich auch innerhalb der Grünen Partei noch fortgesetzt werden muss (Stichwort Güldner).